Die Ausbildung von Justizfachangestellten ist staatlich anerkannt und richtet sich nach der Verordnung über die Berufsausbildung von Justizfachangestellten (AusbVO JFAng).

Sie zielt auf die integrative Vermittlung fachlicher und fachübergreifender Qualifikationen. Dabei werden wirtschaftliche, technische, ökologische, organisatorische und soziale Kompetenzen gefördert.

Die Ausbildung erfolgt bei dem Ausbildungsgericht, bei einer Staatsanwaltschaft und ggfl. bei anderen Gerichten des Oberlandesgerichtsbezirks (z.B. zentralen Insolvenz- und Registergerichten) und durch Unterricht an einem Berufskolleg. Die „betriebliche“ Ausbildung bei den Ausbildungsgerichten und weiteren Gerichten und Staatsanwaltschaften und die schulische Ausbildung an den Berufskollegs bauen aufeinander auf und ergänzen sich gegenseitig. Das Ausbildungskonzept bedeutet für die Auszubildenden, dass sie die Ausbildung aktiv mitgestalten und ihr Handeln in Teilbereichen auch selbst regulieren müssen.

Die sog. „betriebliche“ Ausbildung bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften beinhaltet ein praktische Ausbildung in den Serviceeinheiten. Der theoretische Unterricht an den Berufskollegs wird zudem bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften durch theoretischen Unterricht von mind. 1 Stunde täglich und 1 Stunde Tastschreiben und Umgang mit IT-Technik ergänzt.

Der Unterricht an den Berufskollegs findet zumeist an 2 Tagen pro Woche statt. Die Berufskollegs befinden sich:

  • bei einer Ausbildung im Bezirk des OLG Düsseldorf: in Goch, Oberhausen, Düsseldorf, Mönchengladbach und Wuppertal,
  • bei einer Ausbildung im Bezirk des OLG Hamm: in Bielefeld, Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Münster und Paderborn,
  • bei einer Ausbildung im Bezirk des OLG Köln: in Köln.

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

  1. Über die ausbildende Behörde
    • Stellung und Aufgaben des ausbildenden Gerichts und der ausbildenden Staatsanwaltschaft innerhalb der Justiz
    • Berufsbildung, arbeits- und sozialrechtliche Grundlagen
    • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
    • Umweltschutz
  2. Kommunikation und Kooperation in berufstypischen Situationen
  3. Büroorganisatorische Abläufe
  4. Arbeitsorganisation
  5. Informationsverarbeitung
    • Informations- und Kommunikationstechniken, Datenschutz
    • Textverarbeitung
  6. Kosten- und Entschädigungsrecht
  7. Fallbezogene Rechtsanwendung in Zivilverfahren
    • Zivilprozess
    • Zwangsvollstreckung
    • Insolvenzen
    • Ehe- und Familiensachen
  8. Fallbezogene Rechtsanwendung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren
  9. Fallbezogene Rechtsanwendung in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit
    • Grundbuch
    • Nachlass
    • Vormundschaftsgerichtliche Angelegenheiten, Betreuung
    • Öffentliche Register